Tierheim Moers

Category: Aktuell

  • Paulas persönlicher Albtraum

    Hallo Ihr Lieben,

     

     

    hier bin ich endlich mal wieder: Eure ziemlich erschöpfte Paula. Warum so erschöpft möchtet Ihr wissen? … was soll ich sagen … dieses Jahr scheint sich vorgenommen zu haben, mindestens so turbulent zu bleiben, wie es angefangen hat. Und bereits jetzt im Mai kann ich mich festlegen, welche Aussagen ich nicht mehr hören kann. Eigentlich habe ich mich schon länger festgelegt, aber jetzt schreibe ich es genau hier auf. Ihr seid neugierig? Hier kommt meine Top 3:

    Unangefochten auf Platz 1 steht die Aussage “nein, nicht kastriert und auch nicht gechipt”. Im direkten Zusammenhang folgen Platz 2 und 3 “wir haben ja schon einen Termin gemacht” und “Ja, das haben wir vor.”, wo meine Schnurrhaare zu vibrieren anfangen und ich fassungslos von einem Bein aufs andere tänzele, wenn meine Mitarbeiter dann mit “Das ist sehr gut” antworten … ich meine Hallo? haben wir jetzt jeden Tag den ersten April und es gibt nur noch Clowns zum Frühstück? WER BITTE WILL DAS DENN GLAUBEN? … und ja ich weiß, dass das Schreiben in Großbuchstaben gleichzusetzen mit schreien ist … und genau danach ist mir bei dem Thema auch!

    Selbst wenn dem Halter eines unkastrierten Freigängers egal ist, dass dieser Umstand Populations- und Krankheitselend massiv vergrößert – und diese Vorstellung lässt mich innerlich fauchen, denn wer sich ein Tier anschafft, sollte Tiere doch lieben oder wenigstens mögen – sollte man doch zumindest anerkennen, dass auch der eigene, unkastrierte Freigänger ein sehr viel größeres Risiko trägt, zu verunglücken oder auch krank zu werden. Unsere aktuellen Zahlen zeigen jedoch, dass beide gewichtigen Argumente offensichtlich auf taube Ohren stoßen.

     

    Als ich dann mal ein wenig zur Ruhe kam, habe ich mir gesagt “Paula, Du darfst nicht so vorschnell urteilen … vielleicht geht es gar nicht anders … vielleicht gibt es keine Tierärzte mehr” und auch wenn ich meinen eigenen Einwand nicht richtig glauben konnte, habe ich das überprüft … denn keinesfalls wollte ich, dass mein Wutausbruch – und ich fürchte so muss man das schon nennen – möglicherweise ungerechtfertigt oder unfair ist.

     

    Jetzt weiß ich, dass es mehr als genug Tierärzte gibt und die aktuelle Situation ausschließlich dem fehlenden Verantwortungsbewusstsein der Halter geschuldet ist. Traurig!

     

    Und nur um ein paar gängigen aber eher mickrigen Erklärungsversuchen, mit denen wir uns rumschlagen müssen, den Wind aus den Segeln zu nehmen, gebe ich Euch jetzt ein paar Beispiele:

     

    “Er / sie ist ja noch zu jung für die Kastration.” – Das kann sein und es ist auch löblich, sich um den richtigen Zeitpunkt Gedanken zu machen, aber dann gehört er / sie noch nicht in den Freigang *Punkt* – Freigang beginnt nach Kastration!

     

    “Er / sie ist ja gar kein regelmäßiger Freigänger.” – Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: KEIN Freigang ohne Kastra – auch nicht ab und zu!

     

    “Ist doch ein Kater … darf doch Spaß haben.” – Langsam wird es leider müßig die Konsequenzen wieder und wieder erklären zu müssen, nur weil Menschen ein projiziertes Vergnügen nicht einschränken wollen.

     

    Und weil ich nicht nur von hier bis gleich denke, lasse ich Euch jetzt auch an meinen weiterführenden Gedanken teilhaben, dir uns hier zwar nicht unmittelbar betreffen, mir aber sehr große Sorgen bereiten.

     

    Unsere Fundkatzen kann man in verschiedene Gruppen teilen:

    Einige kommen zu uns, sind auch tatsächlich häufig kastriert – wenn auch nicht gekennzeichnet – werden vermisst und wieder abgeholt. Nicht ganz rund, aber okay – wobei hier natürlich auch die unkastrierten Katzen inakzeptabel sind.

     

     

    Dann haben wir eine recht große Gruppe von Katzen, die recht jung sind (um 1 Jahr herum), weder kastriert noch gechipt, offensichtlich mit dem Menschen sehr vertraut … die aber weder vermisst noch abgeholt werden. Da drängt sich mir die Frage auf, ob rollige Katzen vielleicht doch irgendwie unangenehm sind oder Kitten einfach süßer … und da Katzen ja eh besser draußen aufgehoben sind, kann man ihnen ja vielleicht einfach mal die Freiheit “schenken”. 

    Und dann gibt es noch eine ähnlich große Gruppe – manchmal kastriert, manchmal nicht … nie gechipt, auch nie vermisst … dafür aber krank. Da wir die Frage, ob es überhaupt noch Tierärzte gibt, schon beantwortet haben, tun sich für mich auch hier Abgründe auf.

    Ich selber bin kastriert und kann keine Katzenmutter werden, aber NIEMALS könnte ich ein kleines Kätzchen sich selbst überlassen, weil es mit dem doofen Schnodder alles schmutzig macht und auch so laut atmet. Nur um Missverständnissen vorzubeugen: das ist nur ein Beispiel; in keinem Fall würde ich irgendeine Katze / irgendein Tier sich selbst überlassen!

    Als wenn dieses Bild, was sich da abzeichnet, nicht schon schlimm genug wäre, drängt sich ja doch auch noch die Frage auf, wo diese Katzen denn eigentlich alle herkommen.

     

    Nur zum Verständnis, worauf ich hinaus möchte: KEINE Katze, die von uns in ein neues Zuhause vermittelt wird, verlässt das Tierheim ungechipt. Zusammen mit den Vertragsunterlagen nehmen wir auch direkt die Registrierung auf den neuen Halter bei Findefix vor. Außer bei Kitten werden auch alle Katzen kastriert vermittelt. Bei Kitten ist jedoch die Kastration in der Vermittlungsgebühr enthalten und soll zum geeigneten Zeitpunkt durch unseren Tierarzt durchgeführt werden.

     

    Ich gehe davon aus, dass das eine übliche Vorgehensweise ist, bei Katzen, die durch Tierschutzvereine ein Zuhause finden.

     

    All diese Katzen hatten keine Kennzeichnung. Wo also kommen sie her? Es scheint ja einen riesigen Pool an Nachschub zu geben. Sind das dann womöglich die Nachkommen, der spaßhabenden Freigänger-Kater und der nicht der Natur ins Handwerk pfuschen wollenden Freigänger-Kätzinnen? Vermutlich seriös vertrieben über Kleinanzeigen-Portale und Social Media? Ich nenne das einen verantwortungslosen Katzen-Discounter und da schmeckt mir nicht mal meine Milch mehr!

     

    Das Gedankenspiel um das Ausmaß dieser problematischen Situation überlasse ich mal Eurer Phantasie.

     

    So, ich denke ich konnte meinen Unmut über diese inakzeptable Situation deutlich machen. Das alleine führt aber zu nichts! Die Frage ist, was muss passieren, damit die Situation sich ändert. Der Appell an das Verantwortungsbewusstsein der Tierhalter erreicht erfahrungsgemäß immer nur die, die sich eh verantwortungsbewusst verhalten. Die Zahl der durch einen Appell “Bekehrten” ist viel zu gering im Vergleich zur Zahl derer, die umdenken müssten. Also kann es nur ein offizieller Weg sein, der Veränderung bringt … eine Katzenschutzverordnung.

     

    Werden dadurch alle Probleme sofort gelöst? – Nein, natürlich nicht.

    Ist es der erste Schritt in die richtige Richtung? – Absolut!

     

     

    Für unsere unmittelbare Situation würde das bedeuten, dass wir keine Katze mehr unkastriert und ohne Chip an den Besitzer herausgeben müssen. Wie sehr wir uns das wünschen würden, kann ich Euch gar nicht sagen … 

    Ich schicke mein innigstes Schnurren an alle Städte / Kreise, die bereits eine Katzenschutzverordnung eingeführt haben oder dabei sind.

     

     

    Und jede Stadt / Kreis, die nicht länger die Augen vor der offensichtlichen Problematik verschließt und beginnt, eine solche Verordnung auf den Weg zu bringen, lade ich persönlich auf eine Katzenmilch ein – da gebe ich Euch meine Pfote drauf.

    Eigentlich schließe ich ja immer mit einer schönen Geschichte … heute möchte ich das tatsächlich mal nicht machen. Ich bin wirklich traurig über die aktuelle Situation und manchmal, wenn etwas nicht gut ist, sollte man es einfach so stehen lassen.

     

     

    Eure Paula

  • Fundhund aus Krefeld möchte wieder nach Hause, 10.04.2019, Besitzer gefunden

    10.04.2019

    Fundhund aus Krefeld möchte nach Hause

    Dieser unkastrierte Rüde wurde heute Nachmittag Am Stadtpark in Krefeld gefunden. Er ist nicht gekennzeichnet und befindet sich bei uns im Tierheim.
    Wer den Hund kennt oder vermisst, kann sich bitte direkt im Tierheim melden.

  • Neues Tierhilfeauto, Dank dem Deutschen Tierschutzbund

    03.04.2019

    Heute gab es im Tierheim einen Grund zur Freude: wir konnten vom Deutschen Tierschutzbund ein neues Tierhilfeauto in Empfang nehmen. Ausgestattet mit einer Palette Futter und einem zusätzlichen  Satz Winterreifen ging die Fahrt von Bonn nach Moers. Hier wird der Opel Combo mit den auffälligen Aufdruck (eine Seite mit dem Motiv von Findefix, dem Haustierregister des Deutshen Tierschutzbundes, und die andere Seite mit einem Katzenmotiv mit Spendenaufruf )  für die täglichen Fahrten zum Tierarzt, für die Fahrten der Fundtiere und alle anderen Fahrten rund ums Tierheim eingesetzt werden.

    Vielen Dank, dass wir bedacht wurden.

    Tierheimteam und Vorstand

     

  • Frühlingsfest 2019

    02.04.2019

    Was für ein Tag für ein Frühlingsfest. Am Samtag hat der Wettergott getan, was er konnte und ließ die Sonne kräftig scheinen.

    Alle konnten den Tag in vollen Zügen genießen, unsere Aussteller genauso , wie unsere Besucher und Helfer. Viele Bekannte nutzten diesen Tag , um mal wieder bei uns vorbeizuschauen, aber auch einige “Ersttäter” waren dabei und ließen sich von der familiären  Atmosphäre begeistern.

    Da unsere Kleintiere im Vordergrund standen, ließen sich viele Interessenten über die artgerechte Haltung von Kaninchen, Meerschwein und Farbratte aufklären.

    hier nur ein kleiner Ausschnitt

    Auch das Kulinarische kam nicht zu kurz: das Kuchenbuffet lud zum Verweilen ein und wer es deftiger haben wollte, holte sich eine ordentliche Portion Pommes .

    Unsere Tierschutzjugend sorgte mit selbstgemachten Waffeln in unterschiedlicher Ausführung für Gaumenschmaus.

    Alles in allem war es ein gelungener Tag für Mensch und Tier.

    Hier noch ein paar Impressionen des Tages

     

     

  • DANKE dem Malerbetrieb Mühlenbrock

    Unser Katzenhaus erstrahlt in neuem Glanz 😻

    Unser Riesendank gilt dem Malerbetrieb Gordon Mühlenbrock ❣️ Mit vollem Einsatz und einem tollen Ergebnis mit liebevollen Details hat unser Katzenhaus eine notwendige Renovierung erhalten.
    Vielen Dank!

    18.03.2019

  • Buddy – kleiner Clown sucht Manege, VERMITTELT 16.03.2019

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    UPDATE 16.03.2019
    Buddy ist am Samstag in sein neues zu Hause gezogen und darf nun drei Generationen und eine nette Hundedame zu seiner Familie zählen. Er hat Emiliy, die Teenagerin des Hauses, sofort um seine kleine Pfote gewickelt und mit seinen Kunststücken, die er schon drauf hat, überzeugt.

    Liebe Emily, lieber Buddy, wir wünschen Euch eine ganz tolle gemeinsame Zeit und dass ihr zu einem tollen Mensch-Hund Gespann zusammenwachst und ganz enge Freunde werdet.

    UPDATE: 09.03.2019

    Buddy hat überzeugt und seine Besucher um den Finger gewickelt. Wir konnten bereits eine Vorauswahl der neuen Besitzer treffen. Wir (bzw. Buddy) wird sich diese Woche noch für seine neue Familie entscheiden und voraussichtlich noch in dieser Woche ausziehen.

    Alle Interessenten, die sich für den kleinen Räuber “beworben” haben und leider nicht die neuen Besitzer von Buddy werden, bitten wir um Verständnis. Bitte geben Sie nicht auf bei der Suche nach einem neuen Familienmitglied aus einem Tierheim. Es warten ganz tolle kleine Racker in umliegenden Tierheimen auf so tolle Hundehalter wie Sie!!

     

     

    Buddy ist unser kleiner Clowny, der hier alle Herzen im Sturm erobert hat. Er ist ein 4,5 jähriger, unkastrierter Jack-Russell-Dackel-Mischling.

    Er ist sehr lernfähig und beherrscht schon einige Tricks, die jedoch noch sehr unstrukturiert aus ihm “herauspurzeln”…so kann schon mal das Kommando “Sitz” in einem Salto mit anschließendem Platz enden 😉

    Buddy ist sehr verträglich mit Artgenossen, Kinder mag er sehr.

    Er kann leider nicht gut alleine bleiben und muss dies erst behutsam lernen. Buddy ist ein absoluter Wirbelwind und eine echte Sportskanone, daher suchen wir eine sportliche Familie, die ihn geistig und körperlich auslastet.

    Wer Buddy kennenlernen möchte, kann ihn gerne im Rahmen der Öffnungszeiten besuchen.

  • Fundkatze aus Neukirchen-Vluyn wartet

    09.03.2019

    Verletzte Fundkatze aus Neukirchen-Vluyn

    Heute Nachmittag wurde diese weibliche Fundkatze im Bereich “An der Bleiche” in Neukirchen-Vluyn gesichert. Sie ist nicht gechipt und befindet sich aktuell stationär in der Tierklinik.
    Wer die Katze kennt oder vermisst, kann sich bitte direkt im Tierheim melden.

  • Tierschutz vor der Haustüre

    Hallo Ihr Lieben,

     

    so richtig anfreunden kann ich mich bisher mit dem neuen Jahr nicht. Zum einen liegt das daran, dass zu jedem Jahresanfang gleichzeitig auch Winter ist – und das ist einfach nicht meine bevorzugte Jahreszeit… es ist kalt, nass und manchmal liegt sogar dieses weiße Zeugs rum… da kontrolliere ich sehr gerne ausgiebigst die Wäschekammer und gönne mir manchmal auch ein Nickerchen – zum anderen war es bis hierher auch schon ein wirklich turbulentes Jahr. Viel los ist ja bei uns immer, aber die ersten Wochen in 2019 waren dann doch voller turbulenter Ereignisse, die einen sehr nachdenklich machen.

    Obwohl ich ein wirklich gemütliches Bett in der Wäschekammer habe, konnte ich so manches Mal gar nicht zufrieden weg schlummern, weil ich wieder und wieder über das Thema Tierschutz nachdenken musste. Jetzt wundert Ihr Euch und fragt, was man denn da so lange drüber nachdenken kann? Ihr sagt: “Tierschutz… ist doch ganz klar – das heißt Tieren helfen” … Ach Ihr Lieben, wenn es doch nur so einfach und klar wäre, aber es ist soviel vielschichtiger…

    Ja, Tierschutz heißt natürlich in erster Linie, dass man Tieren hilft und sie schützt, aber es bedeutet auch verantwortungsvoll zu handeln und mitunter auch, sich abzugrenzen. Ich merke schon, dass ich Euch verwirre und so richtig klar ist ja auch noch gar nicht, was ich versuche zu sagen. Anhand von Alltagsbeispielen aus meinem Hotel für bedürftige Tiere will ich versuchen, das alles etwas klarer darzustellen.

    Ihr wisst ja, dass zu uns auch Katzen kommen, die nicht mehr in ihrem Zuhause bleiben können. Dafür gibt es die verschiedensten Gründe – manche kann man verstehen, andere nicht. Für uns ist das egal! Denn Fakt ist nun mal: empfindet ein Halter das Zusammenleben mit seiner Katze als Belastung, ist es auch eine Belastung für die Katze und sie verdient ein Zuhause, in dem sie wieder harmonisch mit ihrem Menschen leben kann.

    Bei Abgabegründen, die in dem Tier begründet liegen, nehmen wir die Gründe auf und verknüpfen sie mit unseren eigenen Beobachtungen zu einem Gesamtbild. Abgabegründe wie Unsauberkeit, Aggression oder fortgeschrittenes Alter sind für uns kein Grund, eine Katze nicht aufzunehmen auch wenn wir wissen, dass diese Voraussetzungen eine Vermittlung schwieriger machen können. Das bedeutet für uns Tierschutz!

    Häufig ist auch die Abgabegebühr ein strittiges Thema und es wird uns vorgeworfen, dass Tierschutz und “Geld kassieren” nicht zusammen passen. Für uns ist auch die Abgabegebühr Teil des Tierschutzes. Das wäre vielleicht nicht nötig, wenn wir so große finanzielle Ressourcen hätten, dass wir darauf nicht angewiesen wären, aber wir sind ein eher kleiner Tierschutzverein und Teil unserer Verantwortung ist einfach, sicher zu stellen, dass wir unsere Tiere versorgen können und auch wir müssen Futter kaufen und Rechnungen bezahlen. Erschwerend kommt hinzu, dass in den seltensten Fällen eine Abgabegebühr die Kosten deckt. Der Aufwand der notwendigen medizinischen Versorgung hat in der letzten Zeit deutlich zugenommen und ist in den seltensten Fällen offensichtlich, so dass wir in vielen Fällen ein Überraschungspaket bekommen, was die Kosten angeht. 

    Erinnert Ihr Euch an unseren Diabetiker Kater Max? Bei der Abgabe hatten wir leider keinen Hinweis auf seine Erkrankung. Für Max war es gefährlich, dass wir diese Information nicht hatten für die Abgeber offensichtlich das Mittel der Wahl um zu verhindern das Max möglicherweise abgelehnt würde. In einem solchen Fall mangelt es ganz klar an Verantwortung und es werden die eigenen Bedürfnisse auf eine so niederträchtige Art und Weise über die des Tieres gestellt, dass das für uns ganz weit weg von Tierschutz ist.

    Nicht selten erhalten wir Anrufe von Tierhaltern, die z. B. Tierarztrechnungen nicht bezahlen können und anfragen oder sogar erwarten, dass wir das im Rahmen des Tierschutzes übernehmen. Ja, natürlich sind wir ein Tierschutzverein und setzen uns für das Wohl der Tiere ein, aber wir sind kein “Verantwortungsübernahmeverein”. Der Tierhalter muss sich der Verantwortung bewusst sein und dieser auch gerecht werden. Und Verantwortung und Tierschutz kann auch heißen, sich kein Tier anzuschaffen, weil die Rahmenbedingungen nicht stimmen.

     

    In vielen Fällen sind wir aber gezwungen, die Verantwortung zu übernehmen, die eigentlich der Tierhalter tragen müsste. Einmal natürlich bei Abgabetieren, die mit versteckten oder auch verschwiegenen Erkrankungen zu uns kommen, aber auch bei Fund- oder ausgesetzten Tieren.

     

     

    Natürlich ist hier ein Beispiel Sky, der nun schon ein Jahr bei uns ist und der – dem Tod näher als dem Leben – bei uns ausgesetzt wurde. Mehr aus der Verantwortung ziehen kann sich ein Tierhalter nicht! Und Ihr könnt mit mir auch nicht diskutieren, ob es ein gutes oder schlechtes Aussetzen gibt … da bin ich nicht offen für. An dem Straftatbestand ändert sich nichts – egal ob es vor dem Tierheim oder in einem Wald ist … egal ob Futter dabei ist … egal ob es ein Hund, eine Katze, ein Kaninchen oder vier Ratten sind.

    Auch in diesem Jahr hatten wir da schon klare oder auch fragwürdige Fälle. So wurde im Januar ein Kaninchenmädchen in einem Karton gefunden. Sie war so vernachlässigt, dass es der Tierquälerei gleichzusetzen ist. Die unterlassene Pflege hatte zu massiven entzündlichen Prozessen geführt und trotz aller Hoffnung und Bemühungen, konnte sie nur erlöst werden.

    Oder unsere Fund-Norwegerin Mary-Lou, die sofort tierärztlich behandelt wurde, wo aber auch jede Hilfe zu spät kam und wo sich aufgrund des Krankheitsbildes der Gedanke nicht verdrängen lässt, dass sie wegen der Erkrankung sich selbst überlassen wurde.

    Es gibt auch Fälle, wo menschliche und tierische Schicksale derart verknüpft sind, dass man es kaum ertragen kann. So haben wir auch einen offensichtlich schwer kranken Hund aufgenommen, dessen Besitzer verstorben war – in dem Wissen, dass die Kosten das normale Maß um ein vielfaches übersteigen würden. So gerne hätten wir für sie für ihren Lebensabend noch ein schönes Zuhause gefunden, aber leider musste auch hier die Hoffnung und das Wunschdenken der Realität weichen und wir konnten ihr nach zahlreichen Untersuchungen nur weiteres Leid ersparen.

    Das alles sind Fälle, wo sich Besitzer ihrer Verantwortung entzogen haben und wo wir sie für die Tiere gerne übernehmen – denn auch das ist für uns Tierschutz! Das können wir jedoch nur in Maßen leisten, denn in erster Linie tragen wir die Verantwortung für die Tiere, die sich in unserer Obhut befinden. Sicherlich ist die Liebe zum Tier der Grundstock für Tierschutz oder die Entscheidung, ein Tier bei sich aufzunehmen, aber egal, wie man sich auch windet … Liebe allein reicht leider nicht. Da müssen wir alle Grenzen akzeptieren, die manch einer oft nicht wahrhaben will.

     

    Natürlich besteht unser Alltag nicht nur aus solchen Geschichten, aber wir picken hier auch keine Einzelfälle heraus – das ist ganz klar Bestandteil unseres Alltags und zeigt mehr als deutlich, dass vor jeder Tür Tierschutzbedarf da ist und Tierschutz geleistet werden kann.

     

    Ihr lest meine Kolumne – also seid Ihr Tierfreunde … BITTE tragt Euren Teil dazu bei. Tierschutz fängt damit an, dass man nicht weg schaut und jeder kann im Rahmen seiner Möglichkeiten, etwas für Tiere tun. Bietet doch vielleicht Hilfe an, wenn Ihr seht, dass jemand mit seinem Tier überfordert ist. Erklärt Freunden und Bekannten, warum es so wichtig ist, Katzen kastrieren und chipen zu lassen …. warum ein Kaninchen niemals in einem kleinen Käfig glücklich sein kann. Unterstützt heimische Tiere, indem Ihr in einer Hitzeperiode Futter- und Wasserstellen im heimischen Garten einrichtet.

     

    Tierschutz ist so vielfältig und manchmal so leicht und unaufwendig und dabei so notwendig! Und definitiv muss man nicht über Landesgrenzen schauen, um einen wirklich großen Bedarf für den Tierschutz zu sehen. Jeder kann seinen Beitrag dazu leisten, wenn er sich nur ein kleines Stück aus seiner Komfortzone hinaus bewegt.

     

    Tierschutz endet nicht am Telefon mit der Aussage: “Ihr seid doch der Tierschutzverein – also kümmert Euch.” Das übersteigt schlicht und einfach unsere Möglichkeiten. Funktionieren kann das nur, wenn wir Hand in Hand arbeiten und uns unterstützen.

     

     

    Eure Paula

  • Rewe Johann spendet für unsere Tierschutzjugend

    13.02.2019

    Ein riesiges DANKE SCHÖN geht an REWE Johann aus Rumeln Kaldenhausen für die tolle Spende an unsere Tierschutzjugend.
    Wir finden es großartig, wenn unsere Jugend unterstützt wird und der Einsatz und das Engagement der Tierschützer von morgen so gewürdigt wird.
    ❤️lichen Dank!

     

  • Sinnesgarten für unsere Hunde-Quarantäne

    Jedes Jahr werden zahlreiche Tiere aus dem Ausland eingeführt, bei denen aus Unwissenheit oder Profitgier die Tollwutbestimmungen nicht eingehalten werden. Neben den vielen Problemen, die damit verbunden sind, bedeutet es vor allem für die Tiere bis zu 3 Monate in Quarantäne verbringen müssen, bis sichergestellt ist, dass sie einen ausreichenden Impfschutz haben. Viele Hunde leiden unter der langen Isolation… [mehr]