Tierheim Moers

Category: Aktuell

  • Holly und Murmel melden sich

    21.10.2017

    “Hallo Tierheim-Team!
    Vor zweieinhalb Wochen wurde ich als Katzenhalter-Neuling 4-fach-Mama und schicke euch jetzt eine erste Rückmeldung mit Fotos.
    Meine Menschenjungs (8+10 Jahre alt) und ich haben die 5-jährigen Katzenschwestern Murmel und Holly zu uns geholt. Da Holly vorher noch länger in Quarantäne war, konnte ich leider nur Murmel bei Besuchen vorher kennenlernen und war natürlich sehr gespannt auf Holly.
    Zuhause angekommen habe ich alle möglichen Tipps zum Eingewöhnen angewandt, doch die zwei spazierten einfach aus ihre Transportboxen raus und liefen durch die ganze Wohnung. Tische, Stühle, Fensterbänke und Regale wurden sprungtechnisch ausgelotet. In den Kinder-Hochbetten wurde dann auch schon das erste Nickerchen gehalten. Eine Eingewöhnungsphase gab es nicht wirklich.
    In den nächsten Tagen zeigte sich, dass wir zwei hochintelligente Kleinkinder aufgenommen habe. Alleine auf Toiletten gehen kann ich wieder nicht mehr und für die Futterschublade und den Mülleimerschrank mussten ganz schnell Kindersicherungen her. Auch die Kleiderschränke wurden liebend gern geöffnet, zur Hälfte ausgeräumt und dann als Schlafplatz benutzt.
    Wie bei meinen Jungs zeigen Holly und Murmel dasselbe Geschwisterverhalten: sie können manchmal nicht miteinander, aber eben auch nicht ohne einander.
    Trotzdem fühlen wir uns alle wohl und die folgenden Fotos werden euch das zeigen.
    Lieben Gruß”

    Kein automatischer Alternativtext verfügbar.
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    Wir freuen uns riesig über die Grüße und auch darüber, dass Holly und Murmel das Zepter fest in ihren Pfoten halten. So gehört sich das für ordentliche Katzen! 😊

    Den beiden Chefinnen und ihrem Personal wünschen wir eine tolle Zeit miteinander!

  • Endlich Spatenstich

    Heute, passend am Welthundetag,  war es endlich soweit. Der erste Spatenstich für unser neues Hundehaus wurde gemacht. In Anwesenheit der Bürgermeister aus Moers und Neukirchen-Vluyn, Herrn Fleischhauer und Herrn Lenzen konnten wir den Beginn des Baues in angemessener Weise feiern. Neukirchen-Vluyn als Vertragspartner für unsere Fundtiere und Moers als Ortssitz unseres Tierheimes waren durch ihre Oberhäupter vertreten und diese würdigten die Arbeit des Vereins. Auch der Schirmherr der Spenden-Aktion “Moers gibt für Pfötchen”, Herr Ehrmann war der Einladung gefolgt und gemeinsam mit Ehrenamtlichen des Tierheims, den Angestellten und den betreuenden Archickten Herrn Stahlmann und Frau Roswalka konnte der erste Akt über die Bühne gehen. Alle wünschten uns Glück für die Bauphase in der Hoffnung baldigst die Einweihung folgen zu lassen.

    Halten wir alle die Daumen, dass unser neues Hundehaus im nächsten Frühjahr steht und die Hunde freudig bellend in ihr neues Domizil einziehen können.

    Weitere Impressionen vom großen Tag

    Spatenstich mal von hinten …
    … und mal von vorne
    Unser selbstgemachtes vegetarisches Büffet
    Spass bei der Arbeit – so soll es sein

    Moers, den 10.10.2017

  • Gottesdienst für Mensch und Tier 2017

    Unsere erste Besucherin samt 4-beiniger Begleitung

    Auch in diesem Jahr fand zum Weltierschutztag am 04.10. ein Gottesdienst für Mensch und Tier statt. Zum Andenken an den Schutzpatron der Tiere und der Natur Franz von Assissi fanden trotz des eher mäßigen Wetters  Hundebesitzer samt Vierbeinern und auch Tierfreunde ohne Tier,  den Weg zur evangelischen Stadtkirche in Moers. Da es trocken blieb feierten Pastor Maes und sein katholischer Kollege Ravi Gurram auf dem Vorplatz zusammen mit Mensch und Tier einen kurzweiligen Gottesdienst und erteilten anschließend für alle den Segen Gottes.

     

  • Ein Spitz in eigener Sache…

    Hallo Freunde,

    ach – was wollte ich nicht alles für Euch in Erfahrung bringen, um interessante Neuigkeiten aus dem Tierheim zu berichten … aber dieses Mal werde ich fast nur über mich selbst schreiben. In den letzten Wochen war ich sehr mit mir beschäftigt, weil es mir nicht so gut ging …

    Ich weiß gar nicht genau, wie es eigentlich angefangen hat … aber so richtig gut gefühlt habe ich mich nicht. Fast noch, bevor ich das selber wirklich gemerkt habe, haben meine Menschen aus dem Tierheim schon darüber gesprochen. Bald fielen so Bemerkungen wie “da müssen wir auf jeden Fall einen Termin machen” und ich dachte noch “Klasse, da bekomme ich bestimmt extra Leckerchen und Streicheleinheiten” … das wäre auch definitiv die Medizin meiner Wahl gewesen, aber irgendwie kam alles ganz anders…

    Eines schönen Vormittags, als ich noch dachte, dass wir entspannt spazieren gehen würden, sollte ich statt dessen ins Tierheim Auto springen. Ich war schon irritiert, habe das aber vorbildlich gemacht. Ein kleiner Teil von mir hoffte auch noch, dass dort vielleicht die erwarteten extra Leckerchen wären, aber dummerweise kam es genau anders herum … das Auto fuhr los und ich beobachtete ganz genau, wie alles an uns vorbei rauschte und statt Leckerchen rein kam das Frühstück wieder raus … ich kann nämlich nicht ganz so gut im Auto mitfahren.

    An der Stelle war der Tag für mich eigentlich schon gelaufen und ich dachte, dass es wohl kaum schlimmer kommen könnte, aber Ihr glaubt ja nicht, was noch alles passiert ist. Das Auto stoppte irgendwann und bevor wir ein mir vollkommen fremdes Gebäude betraten, wurde mir noch so ein komisches Plastikteil über meine Schnauze gezogen. Bisher kannte ich das nur, weil ich dadurch auch schon einmal Leckerchen bekommen habe, aber ich musste es noch nie wirklich auflassen. Das hat mich ziemlich gestört. Sie meinten das wäre zur Sicherheit … verstanden habe ich das aber nicht, ich war ja schließlich nicht in Gefahr.

    Nun denn … mit Plastikteil über der Nase ging es in einen Raum, in dem auch noch unbekannte Menschen warteten und als wäre das nicht schon genug, wurde ich auch noch auf einen Tisch gehoben! Das war wirklich der Gipfel des Unfassbaren – jeder, der mich kennt, weiß, wie wichtig mir fester Boden unter meinen Pfoten ist. Ab da habe ich auch nichts mehr mit bekommen … rückwirkend weiß ich jetzt auch, dass ich da beim Tierarzt war und wirklich wichtige Informationen bekommen hätte, wenn ich zugehört hätte, aber ich war so aufgeregt, dass das Nächste, was ich wahr genommen habe, die köstlich duftende Leberwurst war, die der Mann mir vor die Nase hielt. Einen kurzen Moment dachte ich noch “endlich einer, der es drauf hat und mir die extra Leckerchen gibt” aber dann war ich doch einfach froh, dass wir wieder da raus konnten. Wir fuhren zurück zum Tierheim und da musste ich mich dann auch erst einmal von der ganzen Aufregung erholen.

    Ein paar Tage passierte dann gar nichts besonderes, bis ich irgendwann so ein paar Wortfetzen aufgeschnappt habe “die Ergebnisse sind da”, “Futter umstellen”, “bekommt Tabletten” … das hat mich zunächst nicht weiter beunruhigt bis … ja bis … zur nächsten Fütterung. In freudiger Erwartung sehe ich meine Mahlzeit kommen, wedele fröhlich mit dem Schwanz, die Schüssel wird hingestellt und nach Bruchteilen von Sekunden meldet meine Nase “igitt, was ist das – auf keinen Fall fressen!”. Entsetzt habe ich zu meiner Tierpflegerin geschaut, aber die sagte nur: “Atreju, du bist krank! Du bekommst fettreduzierte Schonkost. Iß mal – das ist gut für Dich.”

    Gut für mich? Habt Ihr da mal dran gerochen? Das war doch kein Futter für einen gestandenen Hund! Ihr Menschen redet doch viel über Ernährung … Fett ist ein Geschmacksträger! Was mir da vorgesetzt wurde, war ungenießbar! Ich habe dann doch mal vorsichtig probiert … das war wie geschreddertes Papier! Was immer ich auch haben sollte, davon konnte doch kein Hund gesund werden! Selten habe ich mir so sehr gewünscht, reden zu können, wie in diesem Moment.

    Okay, eins nach dem anderen … ich gebe zu, dass sich wirklich alle sehr gut um mich kümmern und natürlich habe ich auch gespürt, dass sie sich viele Gedanken um mich machen – ich habe ja auch gespürt, dass es mir nicht richtig gut ging – und ich weiß das alles auch sehr zu schätzen und habe zur Zeit alle ein bisschen mehr lieb als sonst … aber beim Fressen hört der Spaß dann auch auf!

    Es passierten dann noch ganz viele Sachen – es würde wirklich zu weit führen, alles genau zu erzählen. Ich musste wieder Auto fahren (hat aber besser geklappt), kam in ein anderes, fremdes Gebäude – da gab es nicht einmal Leberwurst – und musste dort sogar ein paar Stunden ohne meine Menschen bleiben, aber ich kann mich auch gar nicht an viel erinnern. Es wurde auch eine Videokamera in meinem Zwinger installiert – das ist aber ganz gut, weil jeden Tag jemand bei mir sitzt und die Daten ausliest.

    In aller erster Linie war ich damit beschäftigt, allen verständlich zu machen, dass etwas mit meinem Futter passieren musste. Es hat einige Zeit gedauert, aber schlussendlich haben sie mich verstanden und ein Futter gefunden, mit dem wir alle zufrieden waren. Soll ich euch was verraten? Es wurde sogar für mich gekocht … Hähnchenfleisch … das mag ich so richtig gerne …

    Die letzten Wochen waren wirklich verwirrend – nicht nur für mich. Und Ihr werdet sicher jetzt sagen: “Konntest Du denn nicht mal zuhören, Atreju? Damit wir auch wissen, was Dir fehlt …” und damit habt Ihr vollkommen recht, ich ärgere mich jetzt auch, dass ich immer auf die falschen Dinge geachtet habe und am Ende nicht schlauer war als vorher … aber ich wäre ja nicht Euer Atreju, wenn ich das Problem nicht gelöst hätte … ich habe recherchiert, die Ohren offen gehalten, Menschengespräche belauscht und ich bin mir zu 99,9 % sicher, dass ich jetzt weiß, was mir fehlt: ich habe die Männergrippe!! Nach allem, was ich gehört habe, ist das die einzig plausible Erklärung. Und noch immer bin ich überzeugt – mit extra Leckerchen und Streicheleinheiten bekommen wir das in den Griff.

    Eine Neuigkeit habe ich aber noch für Euch: Danilo hat ein Zuhause gefunden! Viele von Euch werden wissen, dass wir nicht das waren, was man Freunde nennen würde, aber am Ende halten wir Tierheimhunde zusammen und ich freue mich für ihn!

    So Ihr Lieben … ich nehme weiter brav meine Tabletten, damit es mir stetig besser geht, und verspreche Euch, dass ich beim nächsten Mal nicht nur über mich schreibe.

    Wünscht mir bis dahin “Gute Besserung” und denkt an mich

    Euer Atreju

  • Moritz macht Fortschritte

    04.09.2017

    Moritz legt seine Ängstlichkeit langsam ab und erkundet sein neues Zuhause auch mal tagsüber. Wir freuen uns sehr darüber.😀😀😀

  • Umzug auf die Hundewiese

    Hallo Freunde,

    endlich kann ich mich wieder bei Euch melden, aber hier bei uns im Tierheim war zuletzt wirklich viel los – genau genommen ist noch immer viel los.

    Unser Hundehaus wurde abgerissen! Ich habe zwar immer gehört, dass darüber gesprochen wurde, aber so richtig glauben konnte ich es nicht. Ende Juli wurde aber immer mehr aus dem Hundehaus raus geräumt. Das ganze Futter haben sie raus getragen. Wir waren alle ziemlich besorgt. Na und zu guter Letzt mussten Danilo, Speedy, Finn und ich umziehen. Vielleicht

    denkt Ihr jetzt “ist doch egal, in welchem Zwinger ihr sitzt … ihr armen Tierheimhunde” – aber ganz so ist das nicht. Das Tierheim ist schon unser Zuhause und wir sind an unseren Alltag gewöhnt … ich kann Euch sagen – das war eine Riesenaufregung!

    Unterm Strich bin ich ganz zufrieden. Ich wohne jetzt in dem Wiesenzwinger, in dem mal zwischenzeitlich die drei Schweinchen waren – zum Glück wurde der Zwinger ordentlich gereinigt, bevor ich eingezogen bin. Ich finde das ganz cool, weil ich nun so viel sehen kann … zugegeben – jetzt, wo ich dann auch Brian und Danilo sehen kann – pöbeln wir auch manchmal rum, aber eigentlich ist es ziemlich entspannt und ich genieße das schon. Ich kann jetzt sogar das Auto meiner Gassigängerin sehen und weiß schon, bevor sie ausgestiegen ist, dass sie da ist. Für mich als wachsamen Vertreter meiner Art ist das eine tolle Sache.

    Das ganze Futter wurde übrigens auch nur woanders untergebracht und wir bekommen ganz normal unsere tägliche Mahlzeit.

    Als ob das nicht schon genug wäre, war dann auch noch das Sommerfest; und wo einige von uns ja nun auf der Wiese wohnen, waren wir quasi mittendrin statt nur dabei. Bei so vielen Eindrücken und Gerüchen waren wir nach dem Sommerfest schon ziemlich geschafft.

    Auf dem Sommerfest hatte ich ein beeindruckendes Erlebnis … ist Euch eigentlich aufgefallen, dass ich Euch heute anders angesprochen habe? Das war kein Versehen … ich habe Euch extra “Freunde” und nicht mehr “Leute” genannt. Wisst Ihr noch, dass ich gar nicht glauben wollte, dass Ihr Euch für uns interessiert, als Tommy mir diese Kolumne übertragen hat? Ich war wirklich sehr skeptisch, aber als wir vor Beginn des Sommerfestes von einem kleinen Spaziergang zurück kamen, da rief uns eine Frau zu “Hey, das ist ja Atreju – der Autor”. Ich konnte das gar nicht fassen – das heißt ja, Ihr lest mein Geschreibsel wirklich – ich war fast ein bisschen gerührt und ich denke, ich habe Euch mit meiner Skepsis Unrecht getan. Es tut mir echt leid und ich bin froh, dass Ihr mich vom Gegenteil überzeugt habt.

    Dass mich das wirklich und ehrlich freut, heißt aber natürlich nicht, dass wir ab jetzt alle auf Kuschelkurs gehen … das ist schon klar, oder? Ich bin ja der, der ich bin und schätze durchaus eine gewisse Distanz.

    Letztes Mal habe ich Euch ja in unseren Hundealltag mitgenommen. Heute wollte ich Euch mal ein wenig vom Katzenalltag erzählen. Ich habe mich extra mit Balou ausgetauscht, um für Euch in Erfahrung zu bringen, wie der Katzenalltag eigentlich so aussieht – Balou finde ich übrigens für eine Katze echt top, weil er auch nicht immer so auf Kuschelkurs ist.

    Ach was soll´s – jetzt sind wir Freunde und ich will ehrlich zu Euch sein: der Katzenalltag interessiert mich nicht die Bohne! Ich wollte endlich mal in Erfahrung bringen, wie diese Miezen es schaffen, dass die Menschen machen, was sie wollen. Was ihr Geheimnis ist. Wir Hunde sind immer diejenigen, die den Menschen gefallen wollen und dafür echt viel machen. Bei den schnurrenden Samtpfoten ist es genau anders herum: die Menschen tun fast alles, um in ihrer Gunst zu stehen … das möchte ich auch mit Menschen machen können!

    Balou hat sich erstmal in Ruhe die Pfoten geleckt und mich ein wenig mitleidig angeguckt; ich habe gewartet, ihn freundlich angeschaut und ein wenig mit meiner Rute gewedelt … und irgendwie beschlich mich der Gedanke, dass sogar ich mache, was er möchte, um das zu bekommen, was ich möchte … das lief doch schon wieder falsch.

    Lange Rede, kurzer Sinn – ich habe immer noch keine Ahnung, wie die Samtpfoten das anstellen, aber ich habe einige andere traurige Geschichten erfahren. Balou hat mir erzählt, warum Katzen im Tierheim abgegeben werden. Bei manchen werden ihre Dosenöffner krank oder sterben sogar … das ist dann ja doppelt traurig – bei anderen gab es aber auch schon Gründe, wo ich mir ein kleines Knurren nicht verkneifen konnte … da holen Menschen eine Katze zu sich und merken dann, dass es Arbeit macht, auch mal etwas kaputt geht und die Katze vielleicht gar nicht so ist, wie sie dachten. Eigentlich komme ich bei sowas aus dem Knurren gar nicht mehr raus! Jeder – wirklich jeder sollte sich im Klaren darüber sein, dass es eine große Verantwortung ist, ein Tier bei sich aufzunehmen. Es ist ein Lebewesen mit Empfindungen und einem eigenen Charakter – kein Stofftier! Und jeder sollte sich VORHER bewusst machen, wie lange so ein Tier zum Leben dazu gehört und welche Verpflichtungen es mit sich bringt. VORHER ist das Zauberwort. VORHER muss man wissen, welche Erwartungen man an seinen vierbeinigen Mitbewohner hat, um dann herauszufinden, welches Tier oder welches Alter dazu passt oder ob überhaupt ein Tier dazu passt …

    Nehmen wir doch mal Balou als Beispiel. Wenn ein Dosenöffner eine super schmusige Katze sucht, sich in Balou verguckt und den Erklärungen der Tierpfleger keinen Glauben schenkt, weil Balou vielleicht zufällig beim Besuch im Schmusemodus ist, und ihn dann tatsächlich zu sich nach Hause holt … spätestens bei der ersten Anti-Schmuselaune platzt doch die Seifenblase. Möchte aber jemand einen selbstbewussten Kater und sagt “wow, er sagt mir ganz genau, was er wann möchte – ein toller Charakterkater”, dann wird das ein Dreamteam.

    Bitte! Nehmt Euch die Zeit, uns kennen zu lernen und glaubt unseren Tierpflegern – sie kennen uns alle wirklich gut – … aber probiert uns nicht einfach aus und gebt uns dann wieder auf, weil wir nicht Euren Vorstellungen entsprechen.

    Irgendwie komme ich immer von meinem eigentlichen Thema ab, aber es gibt auch viele wirklich wichtige Sachen zu erzählen, die uns Tierheimbewohnern allen am Herzen liegen … ich hoffe, das ist okay für euch und ich schätze der Katzenalltag ist eh nicht so spannend…

    In diesem Sinne bis demnächst

    Euer Atreju

  • Fund-Wellensittich aus Neukirchen-Vluyn, umgezogen auf Plegestelle

    Fundwellensittich aus Neukirchen Vluyn bei uns im Tierheim.

    Ein unberingter Wellensittich wurde Freitag in Neukirchen Vluyn gefunden und zu uns gebracht.
    Wer vermisst seinen gefiederten Freund?

  • Sommerfest August 2017

    Herzlichen Dank…

    • allen ca. 800 Fest-Besuchern!
    • allen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern, die schon Tage vor und auch noch Tage nach dem Fest zum Gelingen beigetragen haben.
    • dem Team der Tierschutzjugend Moers, die sich vor allem um die kleinen Tierschützer gekümmert haben.
    • allen Ausstellern, die für viel Abwechslung gesorgt haben, und uns teilweise schon viele Jahre begleiten.
    • allen Spendern, die zu einer grandiosen Tombola-Ausstattung beigetragen haben.
    • ein besonderer Extra-Dank an unsere Teamleiterin Nico und unseren “Haus-/Gelände-/Abriss- und Neubau-Meister” Florian, die trotz Doppel-Belastung durch verschiedene Veranstaltungen und den kurzfristig angesetzten Hundehaus-Abriss, für eine nahezu reibungslose Vor- und Nachbereitung des Tierheimfestes gesorgt haben.
    • …und natürlich der örtlichen Presse, für zwei schöne Berichte:
  • Hanni zusammen mit Nanni – vorgemerkt

    Hanni
    Nanni

    [table id=216U17 /]

    28.07.2017

    Hanni und Nanni wurden wegen Zeitmangel bei uns abgegeben. Es sind zwei unkastrierte Kaninchendamen, die auch wieder zusammen vermittelt werden sollen.

  • …vom Tierheimalltag und seinen Regeln

    Hallo Leute,

    in meinen vergangenen drei Berichten habt Ihr mich begleitet, wie ich dieses ganze Informationssystem hier aufgebaut habe … nun wird es auch Zeit für richtige Alltagsinformationen. Ich möchte Euch dieses Mal einladen, mich durch den Tierheimalltag zu begleiten.

    Wisst Ihr eigentlich, wie unser tägliches Leben so aussieht? Morgens sind wir alle in unseren Innenzwingern und das Hundehaus ist abgeschlossen. Die Außenzwinger werden  jeden Abend zu gemacht – wegen der Nachbarn rund um unser Tierheim. Recht früh kommt dann der Tierpfleger – es ist nicht immer der gleiche Tierpfleger für uns zuständig, aber wir kennen sie ja trotzdem alle -, begrüßt uns und öffnet die Schieber, damit wir in die Außenzwinger können. Kurz danach müssen wir dann sogar raus, weil alle Zwinger gründlich gereinigt werden. Nach der ausgiebigen Morgentoilette für Haus und Tier warten wir schon alle ungeduldig – denn um zehn Uhr kommen die ersten Gassigänger. Viele von uns haben Glück und haben Gassigänger, die fast täglich zu uns kommen, so dass wir eine richtige Beständigkeit erfahren. Bis zwölf Uhr ist unsere Auslaufzeit, dann gibt es Mittagessen. Nach dem Mittagessen wird das Hundehaus und auch die Schieber geschlossen, damit wir eine feste Ruhezeit haben und ein Verdauungsschläfchen halten können. An drei Nachmittagen in der Woche und samstags kommen fremde Leute … das ist für uns doch immer sehr aufregend und stressig. Zum Glück haben wir auch nachmittags noch einmal Gassizeit und können den Besuchern so manchmal auch entfliehen.

    Also versteht mich nicht falsch … klar wünschen wir uns alle ein richtiges Zuhause, aber nicht jeder Besucher steht für ein Zuhause und für uns Hunde ist das echter Stress, wenn fremde Menschen in unser Revier kommen. Manche stehen dann frontal vor uns und gucken uns die ganze Zeit an … ein Kerl wie ich, fühlt sich da doch schon mal schnell provoziert … na ja – wie auch immer …

    Bei den Katzen läuft es schon ähnlich ab, aber sie haben es geschafft, dass sie 24 Stunden Zugang zu Futter haben und sie dürfen auch immer nach draußen in die Außengehege. Ich werde mich da beizeiten mal schlau machen – vielleicht verraten sie mir ja ihren Trick und wir schaffen es, die gleichen Bedingungen im Hundehaus einzuführen. Das wäre schon cool…

    Über die Kleintiere weiß ich tatsächlich gar nicht so viel. Nase und Augen haben mir aber gemeldet, dass sie zum Teil auch tolle Außengehege haben – außerdem wird mir permanent untersagt an diesen Gehegen mein Bein zu heben … es gibt auch wirklich unsinnige Regeln bei uns im Tierheim.

    So sieht unser Alltag zusammengefasst aus. Tatsächlich sind diese festen Strukturen für einige von uns eine echte Stütze. Routine ist für jeden von uns eine wichtige Größe, aber so manch eine Fellnase hat in ihrem vorherigen Zuhause so wenig Halt gehabt, dass diese Strukturen einer Orientierung gleich kommen.

    Zum Beispiel die alte Dackeldame Heidi, die als Fundhund zu uns kam. Sie hat die ersten Tage nur gezittert. Dann hat sie sich an die Abläufe gewöhnt und außerdem gemerkt, dass man ihr freundlich begegnet und es war schon fast Zauberei, wie schnell aus dem verängstigten Hund ein total lebensfroher und verschmuster Dackel wurde.

    Wir hatten zeitgleich noch einen Dackel: Pikachu. Wisst Ihr, wie er zu uns kam? Seine Menschen sind aus ihrer Wohnung ausgezogen und haben ihn einfach zurück gelassen. Könnt Ihr Euch das vorstellen? Es ist für mich unbegreiflich, wie man so etwas machen kann. Es mag Situationen geben, wo man sich von einem tierischen Freund trennen muss, aber dann muss es doch der letzte Akt der Liebe oder von mir aus zumindest Menschlichkeit sein, dass man dafür sorgt, dass der Freund versorgt ist! Wer so herzlos ist, sein Tier einfach zurück zu lassen, der dürfte nie wieder ein Tier halten dürfen! Aber leider passt da ja niemand so richtig drauf auf und man kann sich viel zu leicht Tiere “besorgen”. Solchen Menschen würde ich zu gerne einen sichtbaren Denkzettel verpassen …

    Trotzdem haben so Hunde wie Heidi und Pikachu es noch ganz gut – auch wenn Pikachu ein echter Gernegroß war … er hat uns alle angepöbelt, als wäre er der Obermacker …  – sie finden recht schnell ein Zuhause. Wenn neue Hunde kommen, weiß man häufig schon, ob sie lange bleiben oder nicht. Ich kann gar nicht genau sagen, woran man das merkt. Vielleicht sind es Hunde, die mit den Schatten ihrer Vergangenheit besser umgehen können. Die irgendwo in ihrem Leben so viel Gutes erfahren haben, dass sie es besser verkraften können, sich umzustellen. Die einfach nicht so ein schweres Paket zu tragen haben.

    Manch anderer von uns hat es da sehr viel schwerer. Brian, Danilo, Paco und ich – sind wir das, was man “schwer vermittelbar” nennt? Nein! Das hört sich furchtbar an. Ich denke, wir brauchen Menschen / ein Zuhause, die genauer hinsehen, die Dinge beurteilen und beeinflussen können und wollen, die sich nicht scheuen, wenn der Weg etwas weiter ist. Das schlimme ist: wir sind nicht einmal Schuld, dass wir so sind, wie wir sind. Uns wurde Leid zugefügt, das Leben nicht gezeigt oder keine Grenzen gesetzt … das alles auf dem zweiten Bildungsweg zu lernen ist nicht einfach. Zum Glück gibt es sie irgendwo: die Menschen, die die Bereitschaft haben, einem Danilo Zeit zu geben, Vertrauen aufzubauen. Die Menschen, die einem Paco Zeit und Raum geben, Regeln neu zu lernen und zu verinnerlichen. Die Menschen, die es schaffen, mir durch ihre Sicherheit das Gefühl zu geben, nicht alle Probleme auf meine Weise lösen zu müssen. Die Menschen, die Brian lesen und ihm Halt geben können.,

    Glaubt mir: über jeden einzelnen von uns haben unsere Gassigänger und Pfleger so unglaublich viel Gutes zu erzählen. Und genau das ist der richtige Ansatz – man muss das Positive sehen, ohne die Probleme aus den Augen zu verlieren oder sogar zu verharmlosen … denn damit wäre niemandem geholfen. Mit uns wird viel gearbeitet. Tierpfleger, Hundetrainer und Gassigänger ziehen da an einem Strang und eingebettet in die täglichen festen Strukturen hat auch jeder von uns schon tolle Fortschritte gemacht. Wir Hunde können wirklich gut mit Strukturen umgehen … tatsächlich brauchen wir sie – Strukturen und klare und konsequente Regeln – das macht unseren Menschen für uns glaubwürdig und verständlich. Klar sind wir auch durchaus gewillt, das ein oder andere Leckerchen zu bekommen, aber das darf immer nur ein Instrument sein – nie die Lösung.

    Habe ich das jetzt wirklich gesagt? Habe ich wirklich gesagt, dass wir uns unsere Leckerchen verdienen müssen? Memo an mich: diese Kolumne unbedingt anders nutzen und ein bisschen mehr “Easy Living” in den Alltag bringen.

    Ich erwähne das nur zur Sicherheit noch einmal extra, damit das hier niemand falsch versteht: Konsequenz ist nicht als Härte zu verstehen! Uns braucht niemand mit einer Zeitung schlagen. Wir alle wollen lernen, das Richtige zu tun und nicht das Falsche aus Angst zu lassen. Das ist ein sehr großer Unterschied!

    So Leute, das war irgendwie auch ein guter Schlusssatz … ich bin ganz schön geschafft – nach soviel Vernunft muss ich gleich mal irgend jemanden ankläffen …

    Euer Atreju