Kontaktiert uns jedoch jemand, der einen Hund sucht, beginnen die Gespräche meistens so: „Wir suchen einen familienfreundlichen Hund. Er sollte stubenrein sein, alleine bleiben können, Katzen mögen und auch schon was gelernt haben.“ … oder anders gesagt: es wird ein „Rundum-sorglos-Paket“ gewünscht.
Nicht nur, dass unser Angebot nicht zu solchen Nachfragen passt … vielmehr drängt sich doch die Frage auf, ob dieser Wunsch nach einer rosaroten Traumwelt mit Hund nicht zum Teil sogar die Wurzel allen Übels ist … ein Kreislauf, der an Energie gewinnt, weil er genährt wird durch falsche Vorstellungen, fehlende Selbstreflektion und ein Füllhorn an Möglichkeiten, sich einen Hund anzuschaffen, der mit eben diesen gewünschten Attributen auf Kleinanzeigenportalen oder Social Media Kanälen vermarktet wird.
Wo da der Kreislauf ist, fragt Ihr Euch? Nun, wenn der süße Welpe, der umständehalber mit 8 Wochen schon wieder abgeben werden muss und über Kleinanzeigen angeboten wird als Wunschhund in seine Familie kommt oder Hunde die, ohne die Möglichkeit sie überhaupt kennenzulernen, über Grenzen hinweg durch Social Media zum Traumhund stilisiert und bestellt werden, dauert es meistens nicht lang, ehe sich der rosaroten Mensch-Hund-Beziehung grau oder sogar schwarz beimischt.
An genau der Stelle trennt sich die Spreu vom Weizen. Dann gibt es die Menschen, die einsehen, dass Wunsch und Realität sich nur vereinen lassen, wenn man den Problemen ins Auge sieht, sich fachkundige Hilfe holt und an den Problemen arbeitet. Und es gibt diejenigen, die stoisch an ihrem Wunschdenken festhalten, bis die Probleme unlösbar werden. Schlimmstenfalls werden solche Hunde dann über fragwürdige Vermarktungswege zum Wanderpokal und der Weg bis „jetzt geht nur noch Tierheim“ nimmt ein paar Umwege.
Nicht selten wird die Schuld dann auf den Hund geschoben und ist dieser erstmal „gut vermittelt“ steht schon der Nachfolger auf der Matte, der nun die übersteigerte Erwartungshaltung erfüllen soll.
So, und nun frage ich Euch: wo landen sie alle am Ende? Und wer will sie dann noch? So entstehen Schattenhunde…
Ach, kommt Leute, ich höre Euch förmlich aufschreien: „Paula, das ist doch ein tiefschwarzes Szenario, das Du da kreierst.“
Ja, ich weiß auch, dass es viele Hundehalter gibt, die sich sehr mit der Anschaffung auseinander setzen … die wissen, welche Probleme sie sich zumuten können und welche nicht … die die Bedürfnisse von Hunden kennen und sie lesen können … das weiß ich doch … und zum Glück ist das so, denn sonst wären wir schon lange kein Hotel für temporär hilfebedürftige Tiere mehr sondern wir hätten ein Hundehaus voller Hunde, die keine Chance mehr auf ein Zuhause haben.
Diese Hunde, die nennen wir es unüberlegt und ungeschickt angeschafft werden, haben zunächst alle Wege offen. Sie brauchen ein Zuhause, dass ihre Eigenheiten und Bedürfnisse erkennt und ihnen den richtigen Weg zeigt.