In unserem Alltag erleben wir viel zu oft, dass Missverständnisse zu Problemen führen. Wir erhalten Anrufe, von Hundehaltern, die zu spät erkannt haben, dass der etwas große Golden Retriever, den sie von der netten Verkäuferin aus dem Kofferraum gekauft haben, eigentlich ein Herdenschutzhund ist. Nun ist sie da die Überforderung, denn definitiv erfordert ein HSH sehr viel mehr Erfahrung … und der Hund soll weg.
Auch der süße Terrier, der so günstig und unkompliziert über ein Kleinanzeigenportal gekauft wurde, muss weg, da er gar nicht so katzenfreundlich ist, wie in der Anzeige geschrieben wurde.
Und auch das liebende Herz, das einen Hund gerettet hat, stößt an Grenzen, wenn der familienfreundliche Anfängerhund seinen Schutztrieb auspackt.
Diese Beispiele sind nicht ausgedacht – das ist ein Auszug aus unserem wahren Alltag. Wir könnten die Liste endlos weiter führen, aber eigentlich wird jetzt schon klar, wo die Problematik liegt. In zu vielen Fällen wird die Anschaffung eines Tieres nicht zu ende gedacht und noch weniger werden die Bedürfnisse von Mensch und Tier abgeglichen … vielmehr wird aus dem Bauch heraus oder nach Optik entschieden.
Natürlich muss bei jedem Tier vor der Anschaffung genau überlegt werden, welche Bedürfnisse das Tier hat, ob man diesen gerecht werden kann und welche Vorstellungen man selbst bezüglich seines Tieres hat und eben auch, ob das Tier diesen Vorstellungen gerecht werden kann … aber heute soll es einfach mal um die Hunde gehen und ich möchte das so ein bisschen durchleuchten.
Häufig ist die Hundesuche davon geprägt, welche Rassen gerade in Mode sind oder welche optische Vorlieben der künftige Hundehalter hat. Und so kommt es, dass der Neu-Halter des Australian Shepperds genervt ist von seinem hyperaktiven Hund oder sich der sportliche Halter über die (häufig gesundheitlich bedingte) fehlende Ausdauer seiner Französischen Bulldogge ärgert.
Wenn jedoch die Entscheidung getroffen ist, einen Hund ins Haus zu holen, sollten die ersten Fragen sein:
Was erwarte ich? Welche Charaktereigenschaften soll der Hund haben? Welche Auslastung soll er brauchen? Was kann ich dem Hund bieten? Wieviel Erfahrung bringe ich mit? Möchte ich zwingend eine Hundeschule besuchen? Wie sportlich oder gemütlich bin ich selber?
In der heutigen Zeit, werden Hunde über Social Media und Kleinanzeigenportale vermarktet und häufig wird sehr viel weniger an die Vernunft appelliert, als dass eine emotionale Bauchentscheidung herbei geführt wird … am Ende einer solchen Entscheidung stehen häufig Enttäuschung, Verzweiflung und auch wir, da viele “Vermittlungen” eine Einbahnstraße sind.