08.10.2015 – wie alles begann.

Tommy gähntMiau Ihr Lieben…

auf meiner Wolke hab ich mich nun schon etwas häuslich eingerichtet. Erst war ich schon arg traurig, doch dann hab ich Lümmel getroffen. Der hat mir tröstend die Ohren geleckt und mir Mut zugemaunzt. Hab ihn erst gar nicht erkannt mit seinen zwei komischen Dingern auf dem Rücken, so wie ein Adler. Dachte schon an himmlischen Karneval, von wegen verkleiden und so. Doch dann hab ich kapiert! Hier in diesem riesengroßen Himmelreich bekommt man die zur Fortbewegung. Ja super! Von Wolke zu Wolke hüpfen wird auf die Dauer auch echt anstrengend. Ich also schnurrstracks meine eigenen Flügel beantragt und was soll ich sagen: „Antrag abgelehnt, aus wirtschaftlichen Gründen“ Miau, was für wirtschaftliche Gründe? Ich war entsetzt, war der schnöde Mammon auch schon im Himmel eingezogen? Lümmel hat sich kaputtgelacht und ich war kurz geneigt ihm ordentlich eins mit der Tatze überzuziehen. Er hat es mir dann aber erklärt, was es mit den Flügeln auf sich hat. Also, das ist so. Willkommen ist hier oben jeder. IMG_4201lümmel-kleinNichts muss, aber alles kann. Will man den ganzen Tag auf einer Wolke dahintreiben, gut. Die Pfoten faul in den Schoß legen, auch gut. Aber man muss alles zu Fuß, sprich auf Pfoten erledigen, noch nicht mal Rollschuhe gibt’s, weil zu teuer. Hat man jedoch eine Herzensangelegenheit und fühlt sich zur himmlischen Mission berufen kann man sich Flügel verdienen. Die sind wartungsarm und schadstofffrei, quasi klebt die grüne Plakette von Haus aus drauf. Benehmen, Anstand und Ehrfurcht vor der göttlichen Schöpfung sind hier selbstverständlich, aber besonderes Engagement wird mit einzelnen Federn wertgeschätzt. Bis man vielleicht eines himmlischen Tages funktionstüchtige Flügel hat. Toll ne? In meinem Katerhirn hat`s gerattert. Boah, das wär`s doch, Federn für gute Menschen, da könntet Ihr sofort erkennen, welche Sorte Mensch man vor sich hat. Ich sofort den himmlischen Verbesserungsvorschlag eingereicht. Dafür musste ich einfach meine erste Feder kriegen!

Tagelang tat sich nix. Kein jucken, kein kribbeln, noch nicht mal ne Beule unterm Fell. Wie lange sollte das denn dauern, bis so ne Feder kommt? Und dann bekam ich`s schriftlich. „Antrag abgelehnt wegen egoistischer Motive“. Wie bitte…? Egoistische Motive? Fast wär ich von der Wolke gekippt, hätte Lümmel mich nicht im letzten Moment am Schwanz zu packen gekriegt. Im Kleingedruckten stand dann noch: Berücksichtigt werden nur Taten die freiwillig, uneigennützig und mit keiner Gegenleistung verbunden sind. Verstöße gegen die himmlischen Regeln können die Aberkennung einzelner Federn zur Folge haben.

Mir egoistische Motive zu unterstellen, dass saß! Völlig zerknirscht kletterte ich in meine Schlafwolke, düstere Gedanken umwaberten mein einfaches Katergemüt. War meine Mission aussichtslos, von vorherein zum Scheitern verurteilt? Das musste ich erstmal verdauen. Nach einem kurzen Nickerchen kam ich wieder hervor, Lümmel saß immer noch da. Ganz väterlich (dabei ist der Knabe viel jünger als ich) legte er seine gestreifte Pfote auf meine: „Tommy, ich erklär es Dir: Auf der Erde gibt es Not in vielen Bereichen und es ist wichtig, dass viele Menschen Ihre Herzensangelegenheit unterstützen. Sie arbeiten freiwillig mit, sie handeln uneigennützig für die gute Sache und verbinden mit einer Spende keine Gegenleistung. Nein, dafür können Menschen keine Federn bekommen, aber Spendenbescheinigungen. Du kannst nur Deine starke mentale Verbindung zu den tierlieben Menschen nutzen und hoffen, dass sie viel Gutes tun. Und je besser Du Deine Mission machst, umso eher hast Du Deine Flügel zusammen. So einfach ist das“.

Mein Katerhirn lief auf Hochtouren. Dann haben meine Freunde auf der Erde und ich also eine gemeinsame Mission?

Euer noch federloser Tommy

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